Anhang · Zeittafel

Tag für Tag

Siebenundfünfzig Jahre in einigen hundert Zeilen. Vom Schulstreit eines Kindes bis zum Zusammenbruch eines Reiches, von einem Befreiungskrieg bis zur Gründung einer Republik; dann der Weg bis zur Uhr, die in Dolmabahçe stehen blieb, und bis zum Anıtkabir.

Zur Zeittafel

Die Daten auf dieser Seite wurden mit der Atatürk Ansiklopedisi, dem Nutuk, den Veröffentlichungen der Türkischen Historischen Gesellschaft (Türk Tarih Kurumu) und auf ihnen beruhenden Nachschlagewerken abgeglichen. Wo die Quellen einen Tag unterschiedlich angeben, wurde das am weitesten anerkannte Datum eingetragen; bei Ereignissen, deren Tag nicht sicher bekannt ist, sind nur Monat oder Jahr angegeben.

Die Überschrift jeder Epoche führt zur ausführlichen Seite dieser Epoche.

I · Ein Kind in Thessaloniki

1881 – 1899
  1. Geboren in Thessaloniki (Selanik), in dem dreistöckigen Haus im Viertel Koca Kasım Paşa. Sein Vater ist Ali Rıza Efendi, seine Mutter Zübeyde Hanım. Es gibt keinen Eintrag, der seinen Geburtstag nennt.

  2. Seine vor ihm geborenen Geschwister Fatma, Ömer und Ahmet sind im Kindesalter gestorben. Von den später geborenen Geschwistern wird nur Makbule das Erwachsenenalter erreichen.

  3. Auf Wunsch seiner Mutter beginnt er mit einer Feier in der Viertelsschule; einige Tage später schreibt ihn sein Vater in die Schule Şemsi Efendis ein, die nach neuer Methode unterrichtet.

  4. Sein Vater Ali Rıza Efendi stirbt (nach vielen Quellen; einige Quellen, darunter die Atatürk Ansiklopedisi, nennen 1893). Zübeyde Hanım zieht mit ihren Kindern auf das Gut Rapla bei Langaza, zu ihrem Bruder Hüseyin Ağa.

  5. Zum Lernen wird er nach Thessaloniki zu seiner Tante geschickt. Er wird an der zivilen Mittelschule (Mülkiye Rüştiyesi) eingeschrieben; nach einer harten Prügelstrafe durch einen Lehrer verlässt er die Schule.

  6. Ohne seiner Mutter Bescheid zu geben, legt er die Aufnahmeprüfung ab und wird an der Militärmittelschule von Thessaloniki aufgenommen. Sein Mathematiklehrer, Hauptmann Mustafa Sabri Bey, gibt ihm den Namen „Kemal“.

  7. Zübeyde Hanım heiratet Ragıp Bey. Der junge Mustafa Kemal kann diese Ehe nur schwer annehmen.

  8. Er schließt die Mittelschule ab und wechselt an das Militärgymnasium in Manastır (Bitola). Unter dem Einfluss seines Freundes Ömer Naci entdeckt er die Liebe zur Literatur und zur Redekunst; er verbessert sein Französisch.

  9. Er schließt das Militärgymnasium in Manastır ab.

  10. Er wird in Istanbul in die Infanterieklasse der Kriegsschule (Mekteb-i Harbiye) aufgenommen.

II · Der junge Offizier

1899 – 1914
  1. Er studiert an der Harbiye. Er gehört zu den Schülern, die an der Schule heimlich eine handgeschriebene Zeitung herausgeben; er liest Namık Kemal und verbotene Schriften.

  2. Er schließt die Harbiye als Infanterieleutnant ab und erwirbt das Recht, in die Kriegsakademie (Mekteb-i Erkân-ı Harbiye) einzutreten, die Generalstabsoffiziere ausbildet.

  3. Während des Studiums an der Akademie wird er zum Oberleutnant befördert.

  4. Er schließt die Kriegsakademie als Generalstabshauptmann ab.

  5. Mit der Begründung, er habe mit Freunden Versammlungen abgehalten, in denen die Regierung kritisiert wurde, wird er verhaftet; nach einigen Wochen Verhör wird er freigelassen.

  6. Er wird zur 5. Armee mit Sitz in Damaskus versetzt, zum 30. Kavallerieregiment. Er dient in Syrien und Palästina.

  7. In Damaskus gründet er mit einigen Freunden die geheime Gesellschaft für Vaterland und Freiheit (Vatan ve Hürriyet Cemiyeti).

  8. Er wird zum Kolağası (dienstälteren Hauptmann) befördert.

  9. Er wird zur 3. Armee in Makedonien versetzt und kehrt nach Thessaloniki zurück. Er tritt dem Komitee für Einheit und Fortschritt (İttihat ve Terakki Cemiyeti) bei.

  10. Die Zweite Konstitutionelle Ära (II. Meşrutiyet) wird ausgerufen.

  11. Mit einem kurzen Auftrag wird er nach Tripolitanien geschickt; er untersucht die Lage in der Region und kehrt nach Thessaloniki zurück.

  12. In Istanbul bricht der Aufstand vom 31. März aus. In der Aktionsarmee (Hareket Ordusu), die von Thessaloniki aufbricht, dient er als Stabsoffizier; den Namen der Armee gibt er ihr.

  13. Die Aktionsarmee zieht in Istanbul ein; der Aufstand wird niedergeschlagen.

  14. Bei der Niederschlagung des Aufstands in Albanien dient er als Stabsoffizier von Mahmut Şevket Pascha.

  15. Er gehört zur osmanischen Delegation, die in Frankreich die Armeemanöver in der Picardie beobachtet.

  16. Er wird in Istanbul in das Kriegsministerium (Harbiye Nezareti), in den Generalstab, versetzt.

  17. Italien erklärt dem Osmanischen Staat den Krieg. Der Krieg um Tripolitanien beginnt.

  18. Als Journalist getarnt verlässt er Istanbul; über Ägypten gelangt er heimlich nach Libyen.

  19. Er wird zum Major befördert.

  20. Bei Tobruk leitet er den erfolgreichen Angriff auf italienische Stellungen.

  21. Bei den Gefechten um Derna wird er am Auge verwundet und einen Monat lang behandelt.

  22. Er wird zum Kommandanten von Derna ernannt.

  23. Der Balkankrieg beginnt. Am 18. Oktober wird mit Italien der Vertrag von Ouchy (Uşi) unterzeichnet; am 24. Oktober verlässt er Tripolitanien.

  24. Seine Geburtsstadt Thessaloniki fällt in die Hände der griechischen Armee. Seine Mutter und seine Schwester müssen fortziehen.

  25. Im Kommando der Verbandstruppen an der Meerenge des Weißen Meeres (Bahr-i Sefid Boğazı Kuvay-ı Mürettebe Kumandanlığı, Bolayır), das in Gelibolu gebildet wird, dient er als Leiter der Operationsabteilung.

  26. Der Vertrag von London wird unterzeichnet; Edirne wird Bulgarien überlassen.

  27. Im Zweiten Balkankrieg ist er mit dem Korps von Bolayır unter den Truppen, die in Thrakien vorrücken. Edirne wird zurückgewonnen.

  28. Er wird Militärattaché in Sofia; am 20. November trifft er in Sofia ein.

  29. Er wird zum Oberstleutnant befördert.

  30. Der Erste Weltkrieg beginnt. Aus Sofia schickt er Berichte, in denen er darlegt, dass man neutral bleiben müsse.

  31. Der Osmanische Staat tritt an der Seite Deutschlands offiziell in den Krieg ein.

III · Çanakkale

1915
  1. Er wird zum Kommandeur der 19. Division ernannt, die in Tekirdağ aufgestellt werden soll.

  2. Er stellt die 19. Division auf; die Division wird bald auf die Halbinsel Gallipoli (Gelibolu) geschickt, in die Gegend von Maydos (Eceabat).

  3. Die Flotte der Entente versucht, die Durchfahrt durch die Dardanellen (Çanakkale Boğazı) zu erzwingen, und zieht sich mit schweren Verlusten zurück.

  4. Bei Arıburnu landen australische und neuseeländische Truppen. Ohne einen Befehl abzuwarten, wirft er das 57. Regiment auf den Conkbayırı; das Vordringen der Landung ins Landesinnere wird aufgehalten.

  5. Neue Gegenangriffe bei Arıburnu; die Front erstarrt in den Schützengräben.

  6. Er wird zum Oberst befördert.

  7. Die Briten landen erneut bei Anafartalar (Suvla); in derselben Nacht beginnt von Arıburnu aus ein großer Angriff auf den Conkbayırı.

  8. Er wird zum Kommandeur der Anafartalar-Gruppe ernannt.

  9. Erste Schlacht von Anafartalar: Die gelandeten Truppen werden zur Küste zurückgedrängt.

  10. Im Morgengrauen leitet er persönlich den Gegenangriff am Conkbayırı. Ein Schrapnellsplitter, der ihn an der Brust trifft, wird von der Uhr in seiner Tasche aufgehalten.

  11. Gefechte am Kireçtepe; die Landungstruppen können nicht nach Norden vorrücken.

  12. Zweite Schlacht von Anafartalar. Auch der letzte große Angriff der Entente-Truppen wird aufgehalten.

  13. Die Front erstarrt; Krankheit und Winter fordern auf beiden Seiten Soldaten. Auch er selbst erkrankt.

  14. Er gibt das Kommando der Anafartalar-Gruppe ab und kommt nach Istanbul.

  15. Die Entente-Truppen ziehen sich von Arıburnu und Anafartalar zurück.

  16. Auch von Seddülbahir ziehen die letzten Truppen ab. Der Landkrieg auf Gallipoli ist zu Ende.

IV · Zusammenbruch und Entschluss

1916 – 1919
  1. Er wird Kommandeur des XVI. Korps in Edirne; das Korps wird bald an die Ostfront, nach Diyarbakır, verlegt.

  2. Er wird zum Mirliva (Brigadegeneral) befördert. Nun ist er „Mustafa Kemal Pascha“.

  3. Sein Korps gewinnt Bitlis und Muş zurück, die in den Händen der russischen Armee waren.

  4. Er wird stellvertretender Befehlshaber der 2. Armee.

  5. Er wird zum Befehlshaber der 7. Armee ernannt, die zur Heeresgruppe Yıldırım an der syrischen Front gehört.

  6. Er schreibt einen langen Bericht, der die Lage der Armee und des Landes offen darlegt und die Pläne der deutschen Befehlshaber kritisiert.

  7. Wegen Meinungsverschiedenheiten gibt er das Kommando ab und kehrt nach Istanbul zurück.

  8. Er begleitet den Thronfolger Vahdettin auf seiner Reise nach Deutschland; er sieht die Front und die deutschen Generäle aus der Nähe.

  9. Wegen eines Nierenleidens wird er in Wien und in Karlsbad behandelt. Das Tagebuch, das er in Karlsbad führte, kann man heute lesen.

  10. Sultan Mehmed V. Reşad stirbt; ihm folgt Mehmed VI. Vahdettin.

  11. Er wird erneut zum Befehlshaber der 7. Armee ernannt; er geht an die Front bei Nablus.

  12. Die Briten beginnen in Palästina die große Offensive; die Front bricht zusammen. Es gelingt ihm, die 7. Armee nach Norden zurückzuführen, ohne dass sie sich auflöst.

  13. Nördlich von Aleppo, bei Katma, hält er das britische Vordringen auf. Hier beginnt sich die Linie der neuen Grenze abzuzeichnen.

  14. Der Waffenstillstand von Mudros wird unterzeichnet. Der Osmanische Staat hat den Krieg verloren.

  15. Er übernimmt von Liman von Sanders das Kommando der Heeresgruppe Yıldırım.

  16. Die Heeresgruppe Yıldırım wird aufgelöst; er wird nach Istanbul, zur Verfügung des Kriegsministeriums, berufen.

  17. Am Tag seiner Rückkehr nach Istanbul geht auch die Flotte der Entente im Bosporus vor Anker. Die Stadt steht faktisch unter Besatzung.

  18. Mit seiner Mutter und seiner Schwester zieht er in das Haus in Şişli, das er gemietet hat.

  19. In Istanbul trifft er sich mit Politikern und Offizieren; einige Male trifft er Sultan Vahdettin. Er sucht einen Weg, nach Anatolien zu gelangen.

  20. Er wird zum Inspekteur der 9. Armee (später 3. Armee) mit Sitz in Samsun ernannt. Diese Aufgabe mit weitreichenden Befugnissen öffnet ihm das Tor nach Anatolien.

  21. Die griechische Armee besetzt İzmir.

  22. Mit seinem kleinen Stab besteigt er den Dampfer Bandırma und verlässt Istanbul.

V · Der Befreiungskampf

1919 – 1922
  1. Er landet in Samsun. Jahre später wird er diesen Tag als seinen eigenen Geburtstag angeben.

  2. Er zieht weiter nach Havza; das Hotel Mesudiye macht er zu seinem Hauptquartier.

  3. Rundschreiben von Havza: Er fordert, dass überall mit Kundgebungen gegen die Besetzungen protestiert wird.

  4. Er trifft in Amasya ein.

  5. Rundschreiben von Amasya: „Die Unabhängigkeit der Nation wird wiederum der Wille und der Entschluss der Nation retten.“ Der Beschluss, in Sivas einen Kongress einzuberufen, wird bekanntgegeben.

  6. Die Istanbuler Regierung teilt den Gouverneuren mit, dass sie ihn seines Amtes enthoben hat.

  7. Er trifft in Erzurum ein.

  8. Um Mitternacht tritt er sowohl von seinem Amt als Inspekteur als auch aus der Armee zurück. Den Kampf wird er von nun an als Zivilist fortführen.

  9. Der Kongress von Erzurum tritt zusammen und wählt ihn zum Vorsitzenden. Der Kongress dauert bis zum 7. August; es wird erklärt, dass das Vaterland ein Ganzes ist und nicht geteilt werden kann.

  10. Er trifft in Sivas ein.

  11. Kongress von Sivas. Die Vereine zur Verteidigung der Rechte (müdafaa-i hukuk cemiyetleri) im ganzen Land werden unter einem Dach vereint; er wird Vorsitzender des Repräsentativkomitees (Heyet-i Temsiliye).

  12. Gespräche von Amasya: Zwischen Salih Pascha, der die Istanbuler Regierung vertritt, und dem Repräsentativkomitee werden Protokolle unterzeichnet.

  13. Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus (Meclis-i Mebusan) wird er zum Abgeordneten von Erzurum gewählt.

  14. Mit dem Repräsentativkomitee kommt er nach Ankara.

  15. Das letzte osmanische Abgeordnetenhaus wird in Istanbul eröffnet.

  16. Das Abgeordnetenhaus nimmt den Nationalpakt (Misak-ı Millî) an.

  17. Die Entente-Mächte besetzen Istanbul offiziell; ein Teil der Abgeordneten wird verhaftet und nach Malta verbannt.

  18. In Ankara wird die Große Nationalversammlung (Büyük Millet Meclisi) eröffnet. Am nächsten Tag wird er zu ihrem Präsidenten gewählt.

  19. Das Kriegsgericht in Istanbul verurteilt ihn und seine Gefährten in Abwesenheit zum Tode.

  20. Der Vertrag von Sèvres wird unterzeichnet. Ankara erkennt diesen Text, der Anatolien aufteilt, nicht an.

  21. An der Ostfront nimmt die Armee unter dem Befehl von Kâzım Karabekir Pascha Kars ein.

  22. Mit dem Vertrag von Gümrü (Alexandropol) endet der Krieg an der Ostgrenze.

  23. Erste Schlacht von İnönü. Der erste Sieg der neu aufgestellten regulären Armee.

  24. Die erste Verfassung, das Gesetz über die Grundorganisation (Teşkilât-ı Esasiye Kanunu), wird angenommen: Die Souveränität gehört bedingungslos und uneingeschränkt der Nation.

  25. Der von Mehmet Âkif geschriebene Unabhängigkeitsmarsch (İstiklal Marşı) wird im Parlament angenommen.

  26. Mit Sowjetrussland wird der Vertrag von Moskau unterzeichnet.

  27. Zweite Schlacht von İnönü. In seinem Telegramm an İsmet Pascha schreibt er, die Armee habe nicht nur den Feind, sondern „auch das widrige Schicksal der Nation“ besiegt.

  28. Schlachten von Kütahya und Eskişehir. Die Armee zieht sich östlich des Sakarya zurück; in Ankara wächst die Sorge.

  29. Das Parlament wählt ihn mit allen Vollmachten zum Oberbefehlshaber.

  30. Die Befehle der nationalen Abgaben (Tekâlif-i Millîye): Jedes Haus gibt Nahrung, Kleidung und Transportmittel für die Armee.

  31. Schlacht am Sakarya. In dem Kampf, der zweiundzwanzig Tage und zweiundzwanzig Nächte dauert, ist die griechische Armee gezwungen, sich zurückzuziehen.

  32. Das Parlament verleiht ihm den Rang eines Marschalls und den Titel Gazi.

  33. Mit den kaukasischen Republiken wird der Vertrag von Kars unterzeichnet.

  34. Mit Frankreich wird das Abkommen von Ankara unterzeichnet; die Südfront wird geschlossen.

  35. Die Vorbereitungen für die große Offensive werden im Geheimen abgeschlossen; das Hauptquartier wird von Akşehir nach Şuhut und von dort auf den Kocatepe verlegt.

  36. Im Morgengrauen beginnt vom Kocatepe aus die Große Offensive.

  37. Schlacht des Oberbefehlshabers (Başkomutanlık Meydan Muharebesi). Bei Dumlupınar wird die Hauptmacht der griechischen Armee eingekesselt und besiegt.

  38. Sein Befehl an die Armeen: „Armeen! Euer erstes Ziel ist das Mittelmeer. Vorwärts!“

  39. Türkische Kavallerie zieht in İzmir ein. Am nächsten Tag kommt er selbst nach İzmir.

  40. Auch die letzten griechischen Truppen in Westanatolien ziehen ab.

  41. Der Waffenstillstand von Mudanya wird unterzeichnet. Ostthrakien wird ohne Krieg zurückgewonnen werden.

  42. Die Große Nationalversammlung schafft das Sultanat ab.

  43. Der letzte Sultan, Mehmed VI. Vahdettin, verlässt Istanbul auf einem britischen Kriegsschiff.

  44. Die Friedenskonferenz von Lausanne wird eröffnet. Die türkische Delegation leitet İsmet Pascha.

VI · Die Republik

1923 – 1938
  1. Seine Mutter Zübeyde Hanım stirbt in İzmir, in Karşıyaka. Die Nachricht erreicht ihn auf einer Reise durch Westanatolien; Ende des Monats kommt er nach İzmir und besucht ihr Grab.

  2. In İzmir heiratet er Latife Hanım.

  3. Er eröffnet den Wirtschaftskongress von İzmir.

  4. Das Parlament beschließt Neuwahlen; die Wahlen für das Zweite Parlament finden statt.

  5. Der Friedensvertrag von Lausanne wird unterzeichnet. Die Unabhängigkeit der neuen Türkei wird international anerkannt.

  6. Er wird zum Präsidenten der Zweiten Großen Nationalversammlung gewählt.

  7. Er gründet die Volkspartei (Halk Fırkası).

  8. Nach dem Abzug der Besatzungstruppen ziehen türkische Einheiten in Istanbul ein.

  9. Ankara wird Sitz des Staates, also Hauptstadt.

  10. Beim Abendessen in Çankaya sagt er seinen Gefährten, dass am nächsten Tag die Republik ausgerufen werde.

  11. Die Republik wird ausgerufen. Das Parlament wählt ihn einstimmig zum ersten Staatspräsidenten.

  12. Das Kalifat wird abgeschafft. Am selben Tag wird das Gesetz über die Vereinheitlichung des Unterrichts (Tevhid-i Tedrisat) angenommen; das Ministerium für religiöses Recht und Stiftungen (şer’iye ve evkaf vekâleti) wird abgeschafft.

  13. Das neue Gesetz über die Grundorganisation, die Verfassung von 1924, wird angenommen.

  14. Die große Reise durch das Land, die mehr als fünfzig Tage dauert: Am 30. August feiert er den Tag des Sieges (Zafer Bayramı) in Dumlupınar; von der Schwarzmeerküste reist er nach Erzurum und Kars.

  15. Das Parlament zieht in sein neues Gebäude in Ankara um (das heutige Museum der Republik).

  16. Die erste Oppositionspartei, die Fortschrittlich-Republikanische Partei (Terakkiperver Cumhuriyet Fırkası), wird gegründet.

  17. Im Osten beginnt der Aufstand von Scheich Said.

  18. Das Gesetz zur Aufrechterhaltung der Ordnung (Takrir-i Sükûn Kanunu) wird erlassen. Im Juni wird die Fortschrittlich-Republikanische Partei verboten.

  19. Auf dem kargen Boden Ankaras gründet er das Mustergut Orman Çiftliği.

  20. Er lässt sich von Latife Hanım scheiden.

  21. Er bricht zur Reise nach Kastamonu auf; mit dem Hut in der Hand tritt er vor das Volk und hält in İnebolu und Kastamonu Reden über die Kleidung.

  22. Das Hutgesetz wird angenommen.

  23. Derwischkonvente, Klausen und Heiligengräber (tekke, zaviye ve türbeler) werden geschlossen.

  24. Die internationale Uhrzeit und der internationale Kalender werden angenommen; sie gelten ab dem 1. Januar 1926.

  25. Das Türkische Zivilgesetzbuch wird angenommen. Frau und Mann gelten im Familienrecht als gleich; das Gesetz tritt am 4. Oktober 1926 in Kraft.

  26. In İzmir wird ein gegen ihn geplantes Attentat aufgedeckt.

  27. Acht Jahre nachdem er es am 16. Mai 1919 verlassen hatte, kommt er zum ersten Mal wieder nach Istanbul; er wohnt im Dolmabahçe-Palast.

  28. Auf dem Parteitag der Volkspartei verliest er den Nutuk: sechs Tage, sechsunddreißigeinhalb Stunden.

  29. Er wird zum zweiten Mal zum Staatspräsidenten gewählt.

  30. Der Artikel „Die Religion des Staates ist der Islam“ wird aus der Verfassung gestrichen.

  31. In Istanbul, in Sarayburnu, stellt er dem Volk die neuen türkischen Buchstaben vor.

  32. Auf seinen Reisen durch das Land stellt er sich selbst an die Tafel und lehrt die neuen Buchstaben; das Volk nennt ihn „Başöğretmen“ (Oberlehrer der Nation).

  33. Das Gesetz über die Annahme der neuen türkischen Buchstaben wird erlassen.

  34. Die Nationsschulen (Millet Mektepleri), die Lesen und Schreiben lehren, werden eröffnet.

  35. Mit dem Gemeindegesetz erhalten Frauen bei den Gemeindewahlen das aktive und passive Wahlrecht.

  36. Auf seine Ermutigung hin wird die Freie Republikanische Partei (Serbest Cumhuriyet Fırkası) gegründet; am 17. November 1930 löst sie sich selbst auf.

  37. Er empfängt den US-Botschafter Joseph C. Grew auf dem Mustergut Orman Çiftliği. Die kurze Ansprache, in der er sich an die Amerikaner wendet, wird als Tonfilm aufgenommen; seine Stimme kann man heute noch hören.

  38. In Menemen bricht ein reaktionärer Aufstand aus; der Reserveoffizier und Lehrer Kubilay wird ermordet.

  39. Er gründet die Gesellschaft zur Erforschung der türkischen Geschichte (Türk Tarihi Tetkik Cemiyeti, die heutige Türk Tarih Kurumu).

  40. Er wird zum dritten Mal zum Staatspräsidenten gewählt.

  41. Er gründet die Gesellschaft zur Erforschung der türkischen Sprache (Türk Dili Tetkik Cemiyeti, die heutige Türk Dil Kurumu).

  42. Die Türkei wird Mitglied des Völkerbundes.

  43. Universitätsreform: Der Darülfünun wird geschlossen, an seiner Stelle wird die Universität Istanbul gegründet.

  44. Im zehnten Jahr der Republik verliest er in Ankara die Rede zum zehnten Jahrestag (Onuncu Yıl Nutku). Die Rede wird im Rundfunk im ganzen Land übertragen und als Tonfilm aufgenommen.

  45. Zwischen der Türkei, Griechenland, Rumänien und Jugoslawien wird die Balkanentente unterzeichnet.

  46. Er empfängt den Schah von Iran, Reza Pahlavi; gemeinsam bereisen sie Westanatolien und fahren nach İzmir.

  47. Das Familiennamengesetz wird angenommen.

  48. Mit einem eigens erlassenen Gesetz verleiht ihm das Parlament den Familiennamen „Atatürk“.

  49. Beinamen und Titel wie Ağa, Hacı, Hafız und Pascha werden abgeschafft.

  50. Frauen erhalten das aktive und passive Wahlrecht für das Parlament.

  51. Bei den allgemeinen Wahlen ziehen siebzehn weibliche Abgeordnete ins Parlament ein; durch eine Nachwahl steigt ihre Zahl auf achtzehn.

  52. Er wird zum vierten Mal zum Staatspräsidenten gewählt.

  53. Der wöchentliche Ruhetag wird vom Freitag auf den Sonntag verlegt.

  54. In Ankara wird die Fakultät für Sprache, Geschichte und Geographie (Dil ve Tarih-Coğrafya Fakültesi) eröffnet.

  55. Das Meerengen-Abkommen von Montreux wird unterzeichnet; die Meerengen kommen wieder unter türkische Hoheit.

  56. Die Grundsätze Republikanismus, Nationalismus, Volksverbundenheit, Etatismus, Laizismus und Reformismus werden in die Verfassung aufgenommen.

  57. Er schenkt seine Güter, allen voran das Mustergut Orman Çiftliği, der Staatskasse.

  58. İsmet İnönü tritt als Ministerpräsident zurück; an seine Stelle tritt Celal Bayar.

  59. Es zeigt sich, dass seine Lebererkrankung fortgeschritten ist. Die Ärzte wollen, dass er sich ausruht; er arbeitet weiter.

  60. Er nimmt zum letzten Mal an den Feiern zum 19. Mai in Ankara teil. Danach reist er wegen der Hatay-Frage nach Mersin und Adana.

  61. Der Staat Hatay wird gegründet; im folgenden Jahr wird er sich der Türkei anschließen.

  62. In Dolmabahçe schreibt er sein Testament eigenhändig.

  63. Er fällt zum ersten Mal in ein tiefes Koma; zwei Tage später kommt er wieder zu sich.

  64. Die Eröffnungsrede des Parlaments verliest in seinem Namen Ministerpräsident Celal Bayar.

  65. In den Abendstunden fällt er in das zweite und letzte Koma.

10. November 1938 und danach

Abschied
  1. Am Donnerstagmorgen um 9.05 Uhr schließt er in seinem Zimmer im Dolmabahçe-Palast für immer die Augen. Er ist siebenundfünfzig Jahre alt.

  2. Die Große Nationalversammlung wählt İsmet İnönü zum Staatspräsidenten.

  3. Sein Leichnam wird im Festsaal (Muayede Salonu) von Dolmabahçe auf einem Katafalk aufgebahrt. Hunderttausende ziehen Tag und Nacht an ihm vorüber und nehmen Abschied.

  4. Auf einer Lafette wird er nach Sarayburnu gebracht; mit dem Torpedoboot Zafer wird er an Bord des Panzerschiffs Yavuz gebracht und nach İzmit überführt. Von dort fährt er mit einem Sonderzug nach Ankara.

  5. Der Zug erreicht Ankara; der Leichnam wird auf dem vor dem Parlamentsgebäude errichteten Katafalk aufgebahrt.

  6. Staatsbegräbnis in Ankara. Sein Leichnam wird vorläufig im Ethnografischen Museum beigesetzt. Fünfzehn Jahre wird er dort bleiben.

  7. Auf dem Rasattepe wird der Grundstein für das von Emin Onat und Orhan Arda entworfene Anıtkabir gelegt.

  8. Im fünfzehnten Jahr nach seinem Tod wird sein Leichnam aus dem Ethnografischen Museum geholt und feierlich in das Anıtkabir überführt.